„Warum sollen die armen Deutschen den reichen Griechen in der Schuldenkrise helfen?“ So oder so ähnlich heißt es immer wieder, seitdem die Vermögensstudie der EZB im April 2013 damit schockiert hatte, dass in keinem Land Europas der durchschnittliche Haushalt über ein geringeres Vermögen verfüge als in Deutschland. Seit dem 23. Dezember 2016 gibt die neuesten Daten der EZB über die Vermögensverteilung in Europa. Aus ihr wird ersichtlich, dass Deutschland in Bezug der klare Krisengewinner ist, während in Südeuropa und ganz besonders in Griechenland und Zypern die Vermögen aufgrund der Eurokrise massiv eingebrochen sind.

Das durchschnittliche Vermögen in Deutschland (216.000 Euro) liegt fast genau auf dem europäischen Durchschnitt (218.000 Euro).

durchschnitt

Das Vermögen des durchschnittlichen Haushaltes ist aber weiterhin weit unter dem europäischen Durchschnitt. Es liegt zwar nicht mehr an letzter Stelle wie bei der vorherigen Studie aus dem Jahr 2013. Das liegt aber allein daran, dass die EZB inzwischen auch mehrere ärmere Länder Osteuropas in ihre Untersuchung einbezogen hat. Hätte die EZB nur dieselben Länder wie 2013 betrachtet, wäre die Aussage immer noch dieselbe: in keinem Land besitzt der Median-Haushalt ein so geringes Vermögen wie in Deutschland.

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Trotz deutlich erweitertem Kreis der untersuchten Länder, gibt es auch in vier Jahre später  immer noch kein Land, in dem der Unterschied zwischen dem durchschnittlichen Vermögen eines Landes und dem Vermögen des durchschnittlichen (Median) Haushaltes so groß ist. Ein Zeichen für eine besonders hohe Ungleichheit in der Vermögensverteilung. Leider hat die EZB die Verteilungskennziffern diesmal nicht öffentlich gemacht, so dass ohne Zugriff auf die Rohdaten, keine genaueren Aussagen über die Ungleichheit der Vermögensverteilung gemacht werden kann.

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Besonders spannend in dieser zweiten Welle der EZB Untersuchung ist der Einfluss der Euro Krise auf die Vermögen in Europa. Wie zu erwarten, ist Deutschland der einzige echte Krisengewinner. Nur hier sind die Vermögen zwischen 2010 und 2014 spürbar gestiegen. In den Krisenländern und dabei ganz besonders in Griechenland und Zypern, den beiden am meisten betroffenen Ländern sind die Vermögen ganz massiv eingebrochen.

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Dass der durchschnittliche Haushalt 40% seines Vermögens durch die Krise verloren hat, zeigt, wie heftig die Anpassung in diesen beiden Ländern war. Verschärft wird die Situation durch die ebenfalls brutale Einkommensentwicklung in Zypern (-34%) und Griechenland (-25%).

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